Projektland Bosnien und Herzegowina

Projektstart: 2026 | Projektpartner: UDAS

Drei Menschen gehen ihren nächsten Schritt

Eine Motorhacke für Marijan. Bienenstöcke für Vinko. Ein Laptop für Duško. Mit dieser Unterstützung können drei Männer nach einer Minenverletzung ihre beruflichen Pläne weiterverfolgen – und für sich und ihre Familien sorgen.

Können und Erfahrung waren da. Jetzt ist auch die passende Ausrüstung angekommen.

Zwei Männer tragen gemeinsam einen gelben Bienenstock auf einer Wiese mit weiteren Bienenstöcken.
Imker hebt den Deckel eines Bienenstocks hinter einer Reihe bunt gestrichener Bienenkästen an.

Zurück zu den Bienen

Vinko Josipović kennt sich mit Bienen aus. Er hat bereits als Imker gearbeitet, musste die Bienenhaltung aber nach einem Umzug aufgeben. Sein Wunsch war klar: wieder einsteigen und mit dem Verkauf von Honig zum Familieneinkommen beitragen.

Der Platz dafür war vorhanden. Die Erfahrung auch. Was fehlte, waren Bienen und Ausrüstung.

Mit zehn Bienenvölkern samt Ausrüstung für eine Imkerei ist der Anfang jetzt gemacht. Vinko, der durch eine Mine einen Fuß verloren hat, kann wieder an seine Erfahrung als Imker anknüpfen und sich eine zusätzliche Einkommensquelle aufbauen.

Weniger schwere Arbeit. Mehr Möglichkeiten.

Marijan Perlić baut Gemüse in Gewächshäusern an. Damit finanziert er den Lebensunterhalt seiner Familie und die Ausbildung seiner drei Kinder. Menschen in der Umgebung versorgt er mit frischem Gemüse.

Doch den Boden von Hand zu bearbeiten, verlangt ihm viel ab. Die Folgen seiner Minenverletzung machen die körperliche Arbeit besonders anstrengend.

Marijan hat nun eine Motorhacke mit passenden Anbaugeräten erhalten. Damit kann er schwere Handarbeit reduzieren und seine Kräfte besser einteilen. Zugleich schafft die Maschine die Voraussetzung, seinen Gemüseanbau auszubauen.

Mann mit Motorsäge neben einem Rasenmäher und weiteren Arbeitsgeräten vor einer Holzhütte.
Mann arbeitet an einem Laptop an einem Schreibtisch in Bosnien und Herzegowina.

Ein Arbeitsplatz, der sich Duško anpasst

Duško Popović arbeitet als selbstständiger Übersetzer und Dolmetscher. Dafür braucht er Konzentration, Genauigkeit und digitale Unterlagen.

Seine Verletzungen an beiden Füßen erschweren ihm den Arbeitsalltag. Wegen Schmerzen muss er sein orthopädisches Hilfsmittel häufig ablegen. Am fixen Schreibtisch führt das immer wieder zu Unterbrechungen.

Mit seinem neuen Laptop kann Duško den Arbeitsplatz und seine Sitzposition leichter wechseln. Auch bei Dolmetschaufträgen außer Haus kann er Präsentationen und Unterlagen direkt aufrufen. Der Computer gibt ihm mehr Flexibilität, seine Arbeit mit seinen körperlichen Bedürfnissen zu vereinbaren.

Konkrete Hilfe, die weiterführt

Eine Maschine, die schwere Arbeit erleichtert. Eine Ausstattung, mit der aus Können ein Einkommen wird. Oft können bereits 1.000 bis 1.500 Euro viel bewegen – und damit auch eine ganze Familie stärken.

Das lässt sich auch gemeinsam auf die Beine stellen! Starten Sie Ihre eigene Spendenaktion:  zum Geburtstag, mit Ihrem Team oder im Freundeskreis. Wenn viele etwas beitragen, rückt die nächste konkrete Unterstützung näher.

Das Projekt auf einen Blick

Berufliche Unterstützung für Menschen mit Minenverletzungen

Bosnien und Herzegowina

Status

Erste Ausrüstungen bereits übergeben

UDAS

Projektpartner

An vorhandene Fähigkeiten anknüpfen

Nicht jeder Mensch braucht dasselbe. Manche möchten einen bestehenden Betrieb weiterführen oder ausbauen. Andere wollen eine frühere Tätigkeit wieder aufnehmen oder sich eine zusätzliche Einkommensquelle erschließen. Die passende Ausstattung kann dafür eine entscheidende Voraussetzung schaffen und dazu beitragen, den Lebensunterhalt einer Familie langfristig zu sichern.

Unser Partner UDAS ist eine von Minenüberlebenden gegründete Organisation. Sie setzt sich vor Ort für Menschen mit Amputationen, Minenüberlebende und ihre Familien ein.

Bosnien und Herzegowina: Der Krieg ist vorbei. Die Gefahr bleibt.

Im Wald arbeiten, ein Feld bewirtschaften oder durch die Natur gehen: In betroffenen Gebieten Bosnien und Herzegowinas können solche alltäglichen Wege noch immer gefährlich sein. Zurückgebliebene Minen und explosive Kriegsreste bedrohen Menschen, die dort leben und arbeiten.

Nach Angaben des nationalen Minenaktionszentrums standen im Juli 2026 noch mehr als 757 Quadratkilometer unter Minenverdacht. Viele dieser Flächen liegen in schwer zugänglichen Waldgebieten. Ihre Untersuchung und Räumung bleiben aufwendig.

Doch selbst wenn ein Gebiet wieder sicher ist, bleiben die Folgen eines Minenunfalls für die Menschen bestehen. Schmerzen, fehlende Gliedmaßen oder eingeschränkte Beweglichkeit können die Arbeit und das Familienleben dauerhaft verändern.

Deshalb gehört für uns beides zusammen: weitere Minenunfälle verhindern und Menschen unterstützen, die mit den Folgen eines Unfalls leben. Denn sichere Felder und Wege allein reichen für sie nicht aus. Sie brauchen auch Unterstützung, die ihren Fähigkeiten, ihren körperlichen Möglichkeiten und ihrem Alltag gerecht wird.