IEDs: Die unsichtbare Gefahr im Alltag

IEDs: Die unsichtbare Gefahr im Alltag

Improvisierte Sprengvorrichtungen, sogenannte IEDs (Improvised Explosive Devices), gehören zu den heimtückischsten Hinterlassenschaften bewaffneter Konflikte. Genau das macht sie so gefährlich: Sie sind auf den ersten Blick kaum zu erkennen.

 

IEDs werden häufig in Alltagsgegenständen versteckt, am Wegesrand platziert oder in verlassenen Gebäuden zurückgelassen. Für Menschen in betroffenen Regionen bedeutet das, dass selbst alltägliche Handlungen lebensgefährlich sein können. Ein Spaziergang, der Weg zum Brunnen oder das Aufheben eines vermeintlich harmlosen Objekts kann tödlich enden.

 

Leben mit permanenter Unsicherheit

Viele Betroffene berichten, dass ihr Alltag von ständiger Anspannung geprägt ist. Immer wieder stellen sich dieselben Fragen:

  • Kann ich diesen Weg benutzen?
  • Ist das leerstehende Haus wirklich sicher?
  • Darf mein Kind hier spielen?

Diese Unsicherheit bleibt oft bestehen, selbst wenn ein Konflikt offiziell beendet ist. IEDs hinterlassen nicht nur physische Zerstörung, sondern auch eine Atmosphäre der Angst, die ganze Gemeinschaften lähmt und den Wiederaufbau erschwert.

 

Wissen als Schutzfaktor

Unsere Arbeit setzt genau an diesem Punkt an. Durch Minen-Risikoaufklärung unterstützen wir Menschen dabei, gefährliche Situationen besser einzuschätzen und richtig zu reagieren. Aufklärung vermittelt konkrete Verhaltensregeln, stärkt das Bewusstsein für Risiken und hilft, unnötige Gefahren zu vermeiden.

Ein einziger Moment der Vorsicht, das richtige Verhalten im entscheidenden Augenblick, kann Leben retten.

 

Sicherheit beginnt mit Information

IEDs sind eine unsichtbare Bedrohung – doch sie sind nicht unbesiegbar. Mit gezielter Aufklärung, klaren Warnhinweisen und langfristiger Räumung können betroffene Regionen Schritt für Schritt sicherer werden.

Unsere Projekte tragen dazu bei, dass Menschen wieder Vertrauen in ihre Umgebung fassen und ihren Alltag ohne ständige Angst gestalten können.

 

Petition: Keine Rückkehr von Landminen in Europa

Petition: Keine Rückkehr von Landminen in Europa

GGL unterstützt die Petition der International Campaign to Ban Landmines (ICBL) & WeMove Europe, die sich gegen den Einsatz von Landminen in Europa und das Aufweichen des Minenverbotsvertrags richtet.

Landminen sind keine ferne Bedrohung – sie sind bereits mitten in Europa Realität. Die Ukraine, Teil unseres Kontinents, gilt bereits als das am stärksten verminte Land der Welt. Wenn wir wegsehen, lassen wir zu, dass dere Einsatz dieser geächtete Waffe wieder als völlig „normal“ angesehen wird.

Der Appell der Petition

Wir rufen Sie auf, sich an die Seite der Überlebenden von Landminen und der Millionen unschuldiger Menschen auf der ganzen Welt zu stellen, die noch immer täglich von Landminen bedroht sind. Wenn Sie jetzt aussteigen, begraben Sie jahrzehntelange Fortschritte und öffnen dem wahllosen Töten für die nächsten Jahrzehnte Tür und Tor. Wir fordern Sie auf, im Übereinkommen über das Verbot von Landminen zu bleiben und sich für die Menschlichkeit einzusetzen.

Warum ist das so wichtig?

  • Weltweit müssen Millionen Menschen in der ständigen Angst um sich und ihre Lieben leben, umgeben von Landminen und nicht explodierten Kriegsresten.
  • Kriege werden beendet, Landminen bleiben oft Jahrzehnte im Boden versteckt und gefährden die Zivilbevölkerung.
  • Jedes Jahr ist eine hohe Opferzahl zu beklagen: Rund 85 % der Opfer sind Zivilist:innen, mehr als ein Drittel davon Kinder.

Was steht auf dem Spiel?

Wenn europäische Staaten den Minenverbotsvertrag aufkündigen, dann bröckelt das Schutz-Fundament, das wir uns über Jahrzehnte aufgebaut haben. Dabei steht viel auf dem Spiel:

  • Freiheit und Sicherheit: Landminen bleiben auch nach Kriegsende tödlich, sie verhindern die Rückkehr von Geflüchteten, blockieren Wiederaufbau und Landwirtschaft.

  • Wirtschaft und Entwicklung: Verminte Gebiete sind nicht nutzbar. Das behindert Wachstum und Exporte, Arbeitsplätze sind gefährdet.

  • Humanitäre Werte: Wenn Minen wieder gesellschaftsfähig werden, wird inakzeptables Leid hingenommen. Und das dürfen wir nicht zulassen.

  • Solidarität der Mitgliedsstaaten: Wenn einzelne Staaten aussteigen, droht ein Domino-Effekt. Die Allianz der Staaten, die Teil des Minenverbotsvertrages sind, könnte zerbrechen.

Warum wir uns dafür einsetzen

Wir sind davon überzeugt: Die EU-Mitgliedstaaten tragen Verantwortung für die Glaubwürdigkeit des Landminenverbots. Tritt eine kleine Gruppe ohne Konsequenzen aus, sendet das ein verheerendes Signal und das weltweite Minenverbot verliert an Kraft. Das würde bedeuten: mehr Leid, mehr Tote, mehr zerstörte Leben.

Ihr Beitrag zählt, handeln Sie jetzt!

Unterschreiben Sie die Petition „Keine Rückkehr von Landminen nach Europa!“ von ICBL und WeMove Europe. Ihr Name zählt: Rufen Sie die Regierungen Europas dazu auf, den Minenverbotsvertrag weiterhin uneingeschränkt zu unterstützen. Nein zu Landminen!

 

Selenskijs Alarmruf: Landminen in der Ukraine

Selenskijs Alarmruf: Landminen in der Ukraine

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij hat bei seine Rede im österreichischen Parlament via Liveschaltung über die gravierende Minenproblematik in seinem Land gesprochen. Die Zahlen und Geschichten, die er dabei erwähnte, sind erschütternd. Sie unterstreichen die Notwendigkeit, dringend Maßnahmen zu ergreifen.

Verheerende Zahlen

Selenskij berichtete, dass ein Gebiet von 174.000 Quadratkilometern des ukrainischen Territoriums mit Landminen verseucht ist. Dieses Gebiet ist doppelt so groß wie Österreich. Auf dieser riesigen Fläche, so Selenskij, liegen Hunderttausende von Antipersonenminen, Panzerabwehrminen, Raketen der Raketenartillerie, Fliegerbomben und Mörsern, die nicht explodiert sind.

Gezielte Fallen

Nicht nur die militärischen Gebiete sind demnach betroffen, sondern auch zivile Orte wie Häuser, Autos, Straßenränder, Gärten und Parks. Sprengfallen wurden von den Besatzungstruppen gezielt gegen Zivilisten platziert. Beispielsweise wurde eine Handgranate unter einem Plastikbecher in der Region Kyjiw getarnt. Eine weitere wurde unter dem Deckel eines Klaviers in einem gewöhnlichen Haus versteckt.

Tägliche Berichte über Explosionen

Selenskij sprach von „Tausenden von solchen Beispielen“ und stellte fest, dass trotz der Bemühungen zur Räumung täglich Berichte über Explosionen vorliegen, die Menschen getötet oder verstümmelt haben.

Ein dringender Appell

Diese alarmierenden Informationen verdeutlichen, wie wichtig es ist, effektive Maßnahmen zur Minenräumung und Aufklärung der Bevölkerung zu ergreifen. GGL hilft auch 2023 dabei mit, Kinder und Jugendliche vor den Gefahren zu warnen. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt unserer heurigen Unterstützung ist die Entminung von Kindergärten und Schulen, damit ukrainische Kinder wieder in einer sicheren Umgebung lernen können.

Um unsere Arbeit fortsetzen und ausweiten zu können, benötigen wir Ihre Unterstützung. Jede Spende hilft uns, Kinder jeden Alters vor den Gefahren zu warnen und so mehr Leben zu retten.

 

Wolodymyr Selenskijs Rede im Parlament im Wortlaut. In: Die Presse (online). 30.03.2023, abgerufen am 31. März 2023.