Ein Meilenstein mit langer Vorgeschichte
Nach drei Jahrzehnten ist es endlich so weit: Kroatien hat sich offiziell als minenfrei erklärt. Was heute wie eine Erfolgsmeldung klingt, ist das Ergebnis jahrzehntelanger, mühsamer Räumarbeit. Diese Meldung erinnert uns zugleich daran, wie real und tödlich die Gefahr durch Landminen noch vor wenigen Jahren war.
Ein Blick zurück: 2015, als Fluchtwege durch Minenfelder führten
Im Jahr 2015 erreichte die große Fluchtbewegung nach Europa ihren Höhepunkt. Nachdem Grenzen geschlossen wurden, änderten sich die Routen der Menschen oft binnen weniger Tage. Viele waren gezwungen, über Kroatien oder Bosnien und Herzegowina auszuweichen und damit durch Regionen, die noch immer stark vermint waren.
Damals war die Situation dramatisch:
Viele Minen lagen weiterhin im Boden, oft in unmittelbarer Nähe von Straßen oder entlang vermeintlich sicherer Wege. Für die Flüchtenden war diese Gefahr meist unsichtbar. Und sie war für sie vor allem eines: unbekannt.
Und die Gefahr war groß: Laut kroatischem Minenaktionszentrum waren zu diesem Zeitpunkt über 500 km2 des Landes vermint. Mehr als 50.000 Minen und fast genauso viele Blindgänger lagen damals noch immer im Boden. In Bosnien-Herzegowina ging man sogar von 120.000 Landminen auf circa 1.200 km2 aus.
Als Organisation haben wir 2015 schnell gehandelt.
Unsere Initiative: Warnen, bevor es zu spät ist
GGL startete 2015 eine gezielte Aufklärungskampagne. Ziel war es, Menschen auf der Flucht vor einer Gefahr zu schützen, die sie nicht kannten.
Wir finanzierten und unterstützten eine groß angelegte Flugblattaktion. Die Flugblätter wurden in den Flüchtlingslagern in Griechenland und entlang der Fluchtrouten verteilt. Die mehrsprachigen Warnhinweise machten auf das lebensbedrohliche Risiko aufmerksam und vermittelten klare Verhaltensregeln:
- Nur befestigte Straßen sind verlässlich geräumt
- Diese Wege dürfen niemals verlassen werden – unter keinen Umständen
Unser Informationsblatts zeigte eindrücklich die Situation vor Ort: Es verwies auf die hohe Minendichte in Grenzregionen, zitierte Warnungen von Experten und Behörden und verdeutlichte die tödlichen Folgen eines Fehltritts.
Gleichzeitig wurde sichtbar, wie konkret unsere Arbeit ist: Von der Aufstellung von Warnschildern über Aufklärung bis hin zur Unterstützung von Minenräumung hat unsere Arbeit immer das Ziel, Leben zu schützen.
Warum diese Arbeit entscheidend war
Viele der Menschen auf der Flucht gingen davon aus, sich bereits in sicheren europäischen Ländern zu befinden. Dass selbst wenige Meter neben einer Straße tödliche Gefahr lauern konnte, war ihnen nicht bewusst.
Gerade deshalb war Aufklärung in diesem Moment lebensrettend.
Unsere Initiative trug dazu bei, das Risiko durch direkte, praktische Hilfe vor Ort zu reduzieren – nicht durch große politische Entscheidungen, sondern durch direkte, praktische Hilfe vor Ort.
Heute: Ein Erfolg, aber kein Grund zur Entwarnung weltweit
Dass Kroatien heute minenfrei ist, ist ein bedeutender Erfolg. Es zeigt, dass konsequente Minenräumung wirkt, auch wenn es mitunter viele Jahrzehnte dauert.
Doch weltweit sind noch immer Millionen Landminen im Boden vergraben. In vielen Ländern stellen sie weiterhin eine tägliche Bedrohung für Zivilistinnen und Zivilisten dar.
Unser Auftrag bleibt
Die Ereignisse von 2015 erinnern uns daran, wie schnell sich humanitäre Krisen zuspitzen können und wie wichtig es ist, vorbereitet zu sein.
Unsere Arbeit geht weiter:
- Menschen vor Minengefahren warnen,
- Betroffene unterstützen,
- Risikoaufklärung leisten und
- langfristig für eine minenfreie Welt kämpfen.
Der Erfolg in Kroatien macht Hoffnung. Und er bestärkt uns darin, weiterzumachen.
Helfen Sie jetzt mit konkreter Unterstützung für Minenopfer
Während Kroatien heute minenfrei ist, leben in Bosnien und Herzegowina noch immer viele Menschen ein Leben lang mit den Folgen von Landminen.
Wir finanzieren heuer gezielt direkte Minenopferhilfe in Bosnien und Herzegowina durch konkrete Hilfe für Betroffene und ihre Familien.
Jede Spende hilft, Leben zu verbessern und Menschen Würde und Perspektive zurückzugeben.
👉 Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende. Jeder Beitrag zählt.
