Warum Landminen wieder stärker in den Fokus rücken müssen

Mit der Veröffentlichung des Landmine Monitor 2025 legt die Internationale Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL) erneut eine ernüchternde Bestandsaufnahme vor. Der Bericht zeigt deutlich: Während die internationale Aufmerksamkeit nachlässt und finanzielle Unterstützung zurückgeht, steigt das Leid der Zivilbevölkerung durch Landminen und explosive Kriegsreste weiter an.

 

Steigende Opferzahlen – Zivilist:innen besonders betroffen

Laut dem aktuellen Bericht wurden im Jahr 2024 weltweit 6.279 Menschen durch Landminen oder explosive Kriegsreste getötet oder verletzt – der höchste Wert seit 2020.

Besonders alarmierend: 90 Prozent der Opfer waren Zivilist:innen, fast die Hälfte davon Kinder.

Die höchsten Opferzahlen wurden erneut in Myanmar verzeichnet, gefolgt von Ländern wie Syrien, wo Menschen nach dem Ende von Gewalt in ihre Heimat zurückkehren und dabei auf kontaminierte Flächen treffen. Landminen treffen nicht Soldat:innen – sie treffen Menschen in ihrem Alltag.

 

Weniger Mittel, mehr Bedarf

Gleichzeitig dokumentiert der Landmine Monitor einen besorgniserregenden Rückgang internationaler Unterstützung. Die weltweit geräumte Fläche nahm 2024 ab, vor allem aufgrund fehlender finanzieller Mittel und wachsender Unsicherheit in betroffenen Regionen.

Besonders kritisch ist der Rückgang der Mittel für Minenopferhilfe. Nur rund 5 Prozent der globalen Gelder für Minenaktionen fließen in medizinische Versorgung, Rehabilitation und psychosoziale Unterstützung – und selbst dieser Anteil ist zuletzt deutlich gesunken. Viele Überlebende bleiben ohne angemessene Hilfe.

 

Ein Vertrag unter Druck

Der Bericht macht auch deutlich, dass das internationale Minenverbot zunehmend unter politischem Druck steht. Mehrere Staaten haben zuletzt Schritte gesetzt, die den Geist und die Normen des Übereinkommens infrage stellen. Gleichzeitig gibt es weiterhin dokumentierten Einsatz und Produktion von Antipersonenminen durch Staaten außerhalb des Vertrags.

Diese Entwicklungen sind gefährlich. Denn sie untergraben ein Abkommen, das seit 1999 Millionen Leben geschützt, ganze Regionen sicherer gemacht und internationale Standards gesetzt hat.

 

Fortschritte, die nicht vergessen werden dürfen

Trotz aller Herausforderungen zeigt der Landmine Monitor auch, dass das Verbot wirkt. 31 Staaten haben ihre Territorien vollständig von Antipersonenminen geräumt. Mit dem Beitritt der Marshallinseln und Tongas sind mittlerweile 166 Staaten an das Übereinkommen gebunden – das entspricht rund 85 Prozent aller Länder weltweit.

Diese Erfolge zeigen: Das Minenverbot ist kein Symbol, sondern ein wirksames Instrument. Es braucht politischen Willen, langfristige Finanzierung und konsequente Umsetzung.

 

Warum der Landmine Monitor wichtig ist

Der Landmine Monitor ist mehr als ein Bericht. Er ist ein Frühwarnsystem, eine Datengrundlage und ein moralischer Kompass zugleich. Er macht sichtbar, wo Fortschritte erzielt werden – und wo Rückschritte drohen.

Für Gemeinsam gegen Landminen ist klar: Solange Landminen und explosive Kriegsreste Menschen gefährden, dürfen wir nicht nachlassen. Aufklärung, Räumung, Opferhilfe und politische Arbeit bleiben unverzichtbar.

Der Landmine Monitor 2025 erinnert uns daran, dass humanitäre Errungenschaften nicht selbstverständlich sind – und dass ihr Schutz aktives Engagement erfordert.